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seit 1973  
  
 
 

 

Wie alles begann

Als die Hungerjahre der Nachkriegszeit vorüber waren und sich das Leben wieder normalisiert hatte, fanden sich im Jahre 1955 einige Hänicher Bürger zusammen, um der lang entbehrten Geselligkeit und Fröhlichkeit wieder zu ihrem Recht zu verhelfen. Es war die Geburtsstunde des Hänicher Karnevals. Leider stießen diese Bemühungen bei denen, die im Lande das "Sagen" hatten, auf wenig Gegenliebe. Es gab keinerlei Unterstützung für dieses "bürgerlichen" Spektakel, und so kam es, dass im Jahre 1958 zunächst der letzte Versuch unternommen wurde, den Karneval in Gräfenhainichen zu etablieren. Fünfzehn Jahre später, im Jahre

1973 gründete sich aus den Reihen des Männerchores Gräfenhainichen und des Jugendklubs der Gräfenhainicher Carneval Club. Der erste Präsident wird Lothar Hoppe. Als Chef des hiesigen Postamtes besitzt er genügend Pflichtbewusstsein und auch Humor, um ein paar gleichgesinnte Karnevalisten um sich zu scharen, die in Hänichen Karneval feiern wollen. Die meisten von ihnen kennen den Ausdruck Karneval jedoch nur aus Erzählungen oder aus dem Westfernsehen. Aber gefeiert wurde zu jeder Zeit, und darin sind die neuen Elferratsmitglieder nun wiederum Spezialisten.

Da man zu dieser Zeit aber nicht einfach einen Verein gründen konnte, wird der GCC in den Klub der Werktätigen integriert.

Am Sonntag, dem 11.11.1973, nach einem kurzen Umzug und der Schlüsselübergabe um 11.11 Uhr durch den Bürgermeister vor dem Rathaus, geht am Abend die erste Veranstaltung im Speisesaal der Zentralwerkstatt über die Bühne.

1976 Das Programm wird durch lustige Beiträge der Sportgruppen der BSG Einheit Gräfenhainichen wirkungsvoll angereichert. Maßgeblichen Einfluss auf das Niveau des Programms hatten zu dieser Zeit die Beiträge von Albert Walther (heute Ehrenmitglied des GCC). mit manchmal bis zu 5 Auftritten am Abend als Büttenredner, Musiker, Sänger oder Hauptakteur der Männersportgruppe.

Seine Devise, dem Publikum ein niveauvolles Programm zu "verkaufen", ist bis heute oberstes Ziel des GCC geblieben.

Büttenreden von Karl Otto Lönnig (dienstältester noch aktiver Büttenredner) und Gerhard John (15 Jahre in der Bütt) bereichern von nun an regelmäßig neben anderen wortgewaltigen Mitstreitern das Programm des GCC. Von Anfang an sorgen die Funkengarden für optische Reize und höheren Pulsschlag bei den männlichen Besuchern unserer Veranstaltungen. Die Prinzengarde, anfänglich als Saalpolizei gedacht, sorgt mit einigen Programmpunkten für Heiterkeit. Musikalisch werden das Hänicher Trio mit lokalpolitischen Parodien und die Sängerknaben als Stimmungsmacher zu einer festen Institution des Klubs.

1978 geht Lothar Hoppe in den verdienten Ruhestand und wird Ehrenpräsident. Bernd Lutzmann übernimmt das Kommando.

Die Rosenmontagsumzüge nehmen in dieser Zeit gewaltige Ausmaße an: bis zu 80 Fahrzeuge und tausende Menschen - mehr als zu irgendwelchen von "oben" angeordnete Festivitäten.

1979 steht die Session zum ersten Mal unter einem Motto: "Heut hau mer off de Pauke". Nach dem Umbau des Deutschen Hauses mit dem Verlust der Empore und der Bühne wird das heute zur Tradition gewordene Bühnenbild zwangsläufig aus der Taufe gehoben. In Ermangelung der Bühne des Deutschen Hauses wird die Tribüne, die sonst zur Maidemonstration den I. Kreisfürsten mit seinem Gefolge über die Volksmassen erhebt, im Saal aufgebaut. Die Eisenträger haben wir mit roter Lackfarbe und unseren drei Buchstaben GCC gekennzeichnet, damit es beim nächsten Aufbau schneller geht. Und jedes Jahr war es am 1.Mai ein innerlicher Vorbeimarsch beim Vorbeimarsch.

Die Rache ist süß! Aus "verkehrstechnischen Gründen" werden unsere Rosenmontagsumzüge verboten.

 

 
Die Etappen